Punktebedarf schleichende Inflation?

Hapimag Appartements: Jährlich mehr Punkte für gleiche Wohnung?

Lesezeit: 6 Minuten

 

Darf der Punktebedarf für Hapimag Appartements jährlich (besonders auch nach Renovierung) einfach erhöht werden?

In den allgemeinen Bestimmungen der Mitgliedschaft ist unter Punkt 7 wie folgt festgehalten:
  1. Der Jahresbeitrag

7.1 Hapimag Partner entrichten pro Ferienrecht/Aktie einen Jahresbeitrag, der jährlich vom Verwaltungsrat festgesetzt wird und sich an den Kosten der Verwaltung orientiert. Diese beinhalten insbesondere:
Reparaturen und Unterhalt der Ferienanlage inkl. Ersatzbeschaffungen.
Abschreibungen.
– Allgemeine und örtliche Verwaltung, Reservationsdienst
– Steuern, Abgaben, Versicherungen, Miteigentumsspesen usw.

Damit ergibt sich nach unserem Verständnis, dass der Jahresbeitrag neben den Abschreibungen unter anderem auch die Renovierungen bzw. Ersatzbeschaffungen für die bestehenden Anlagen beinhaltet.

Das heißt, dass die Kosten für Renovierungen aus dem Jahresbeitrag zu decken sind und daher auch nicht zu einer Erhöhung des Punktebedarfs führen dürfen. Ausnahmen dabei kann es möglicherweise geben, wenn ein erweitertes Angebot durch die Renovierung ermöglicht wird. (z. B. Neuerrichtung eines Schwimmbades oder Hallenbades o. ä.)

Die neue Führung bei Hapimag hat sich redlich bemüht, den unter der alten Führung exorbitant gestiegenen Jahresbeitrag über die letzten Jahre nicht zu erhöhen. Dennoch ist der Jahresbeitrag in den letzten Jahren doppelt so schnell gestiegen , als die Inflationsrate. Da sollte genügend Spielraum für Renovierungen sein!
Aber wurde zusätzlich auf anderer Seite ungerechtfertigt erhöht? Wenn der Punktebedarf für die Appartements über die Jahre erhöht wird, kommt dies einer schleichenden Inflation, das kommt einer Steigerung der Kosten für die Appartements gleich. Und vergleichsweise hohe Kosten für den Hapimag Urlaub sind nach wie vor ein Hauptproblem bei der Gewinnung neuer Aktionäre.

Besonders Auffällig sind da Erhöhungen des Punktebedarfs nach Renovierungen. Warum soll das gleiche Appartement plötzlich um 1 bis 2 Punkte pro Tag mehr kosten, nur weil es renoviert wurde?

Im Beispiel Paguera wurde der Punktebedarf pro Nacht ja nach Größe und Saison zwischen einem und 3 Punkte pro Nacht erhöht. Das heißt, dass eine Woche Urlaub um 38,5 bis zu 115,5 € teurer wird. Vergessen wir dabei nicht, dass wir die notwendigen Steigerungen bei den lokalen Kosten Jauch noch zu tragen haben.
Im Beispiel Paguera wurde der Punktebedarf pro Nacht ja nach Größe und Saison zwischen einem und 3 Punkte pro Nacht erhöht. Das heißt, dass eine Woche Urlaub um 38,5 bis zu 115,5 € teurer wird. Vergessen wir dabei nicht, dass wir die notwendigen Steigerungen bei den lokalen Kosten Jauch noch zu tragen haben.
Auch hier wurde der Punktebedarf pro Nacht ja nach Größe und Saison zumindest zwischen einem und zwei Punkte pro Nacht erhöht.  Besonders bemerkenswert aber auch die Erhöhung bei den Premium-Appartements. Diese wurde ja gar nicht renoviert. Aber auch dort macht der erhöhte Punktebedarf bis zu fünf Punkte /Tag (C-Saison) und damit Mehrkosten von bis zu 192.-€ pro Woche aus. Da geht es nicht um ein besseres Angebot nach einer Renovierung, sondern einfach um Kostensteigerung durch den Hintereingang.

Ganz besonders krass sind die Erhöhungen des Punktebedarfs für dieses und das kommende Jahr ausgefallen. Wir sind noch am weiteren Recherchieren, aber hier nun mal einige Beispiele:

Punktebedarf Erhöhung Sonnleiten

Was eine Wohnung tatsächlich kostet, ist praktisch nicht mehr wirklich voraus erkennbar. Der Punktebedarf für den gleichen Zeitraum kann ohne weiters um mehr als das Doppelte schwanken, dazu kommen neuerdings auch saisonbedingte unterschiedliche „Lokale Kosten“. Warum die Putzfrau oder die Energie in der Hochsaison plötzlich mehr kosten, hat sich uns noch nicht erschlossen. Und dann kann die  gleiche Wohnung zum gleichen Zeitpunkt mehr als ein Drittel teurer sein.
Zu den Kosten für ein 2-Zi Appartement in der Hochsaison
Aber absolut unverständlich ist, wenn die gleiche Wohnung gebucht für Februar 2025 im gleiche Zeitraum im Jahr 2026 um mehr als 18% mehr Punkte kostet. Punkte, deren Kosten mit der höheren Jahresgebühr sowieso  um 7,5 %  steigen.  Hier einige Beispiele aus Österreich und Deutschland. (Wir arbeiten noch an den Kosten für  anderen Resorts)

St. Michael 2025 u. 2026:

7 Nächte 2 Zimmer Komfort 2Erw.+1Kind ohne Flexoption 30.01-06.02.2025     148 Pkte  (à 5,44) + 562 €      = 1367,76.-€

7 Nächte 2 Zimmer Komfort 2Erw.+1Kind ohne Flexoption 30.01-06.02.2026      171 Pkte (à 5,84)  + 619 €     = 1.619,35.-€ 

Differenz : Punktekosten +23Pkte (+15,5%) bzw.  Nebenkosten + 57€ (+10.1%)   Erhöhung Gesamtkosten + 18,4%


Zell am See 2025 u. 2026:

7 Nächte 2 Zimmer Komfort 2Erw.+1Kind mit Flexoption 31.01-07.02.2025   154 Pkte  (à 5,44) + 600 €  = 1437,76 .-€

7Nächte 2 Zimmer Komfort 2Erw.+1Kind mit Flexoption 31.01-07.02.2026    172 Pkte ( à 5,85) + 658,8 € = 1665.- €

Differenz : Punktekosten + 28Pkte (+18.1%) bzw. Nebenkosten +58,8€ (+9,8%)  Erhöhung Gesamtkosten  19,4%

Binz: 2024 u. 2025

2 Erw. + 3 Kinder  6.10.-10.10. 2024 4 Nächte   40 Pkt. + 365,00 €

2 Erw. + 3 Kinder   5.10.-09.10.2025  4 Nächte  72 Pkt. + 385,00 € ==> das ist fast die doppelte Punkteanzahl!!!

Differenz: 2024 insgesamt 587, 40 €  (216,40 Pkt.+365 NK) 2025 776.86 €  (392,86 Pkt. + 385.- NK)  Erhöhung Gesamtkosten 34, 1%

Wir haben Hapimag mit diesen auffälligsten Erhöhungen, mehr als 15% bzw. 18% Steigerung (St. Michael und Zell am See) und 31% in Sonnleiten, konfrontiert und habe diese, wohl in unseren Augen schwache und sehr halbherzige Stellungnahme erhalten:

„Die Punktepreise und Saisonzeiten orientieren sich an der Belegung der Resorts, der Attraktivität der Ortes für unsere Aktionäre und Mitglieder, touristischen Trends und werden periodisch geprüft und angepasst. Generell entspricht es der Geschäftspolitik der Hapimag, das Punkteangebot bestehender Hapimag Resorts gesamthaft nicht zu verändern. Aufgrund der zahlreichen Renovationen in den letzten Jahren ist der durchschnittliche Punktepreis pro Nacht jedoch etwas angestiegen und betrug im Jahr 2025 14.3 Punkte/Nacht und wird im Jahr 2026 aufgrund der Wiedereröffnungen von renovierten Resorts 14.8 Punkte/Nacht betragen. Anpassungen der Saisonzeiten erfolgen, je nachdem, wie beispielsweise Feiertage liegen oder sich die Hoch- und Nebensaison in den einzelnen Orten verändern. Insbesondere im Februar steigt in unseren Alpenresorts die Nachfrage und wir haben auch festgestellt, dass wir gerade in diesen Zeiten deutlich unter den Marktpreisen liegen. Wie Du weisst, sind dies überdurchschnittlich stark frequentierte Zeiten, in denen wir eine deutlich höhere Auslastung verzeichnen und hier die notwendigen Deckungsbeiträge generieren müssen, um die Resorts auch in deutlich schwächeren Zeiten im heutigen Umfang betreiben zu können. Um dem gerecht zu werden, haben wir die Punktebelastungen entsprechend angepasst.

In den meisten unserer Märkte sehen wir intensive Kostensteigerungen. Neben den internen Faktoren wie der lokalen Kostenstruktur müssen wir auch externe Faktoren, insbesondere das allgemeine Preisniveau vor Ort berücksichtigen. Konkret sind dies:

  • Personalkosten: Erhöhungen im Bereich der Löhne und Gehälter. Vor allem in diesem Bereich rechnen wir auch weiterhin mit steigenden Kosten, damit wir im hart umkämpften Arbeitsmarkt die notwendigen qualifizierten Arbeitskräfte finden können.
  • Energiekosten: Auch wenn sich die Lage etwas entspannt hat, so liegen die Energiekosten immer noch über den langfristigen Mittelwerten.
  • Reinigungskosten: Erhöhte Kosten für Reinigungsdienstleistungen und Materialien. Die Kosten für eine Wohnungsreinigung sind in den letzten Jahren in Österreich um rund 15-20% gestiegen. Es ist ausserordentlich schwierig, qualifiziertes Reinigungspersonal oder entsprechende Outsourcing Firmen zu finden.

Diese Kostensteigerungen sind nicht nur bei uns zu verzeichnen, sondern spiegeln leider den allgemeinen Markttrend wider.

Wir führen regelmässig Marktvergleiche durch, um zu verstehen, wie wir uns zu den Mitbewerbern bewegen. Diese zeigen, dass sich unsere Preise trotz unserer getätigten Anpassungen unter dem Marktniveau befinden, gerade in der Hochsaison. Wir sind uns bewusst, dass die Preise insgesamt steigen, jedoch bemühen wir uns, für unsere Aktionäre und Mitglieder weiterhin ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis zu gewährleisten. Auf der anderen Seite reduzieren wir auch die Punktepreise, wenn die Nachfrage zurückgeht, so kostet z.B. eine 2-Zimmer Wohnung in Sonnleitn vom 13. – 27. September 2025 nur noch 42 statt 56 Punkte oder 1 Woche in Prag, Mitte November nur noch 21 statt 35 Punkten.

Die Anpassungen der Punkte und Nebenkosten in der Hochsaison dienen dazu, die gestiegenen Kosten zu decken und gleichzeitig die hohe Nachfrage zu steuern sowie die notwendigen Deckungsbeiträge zu erwirtschaften um das Resort auch in der Nebensaison mit dem bestehenden Angebot betreiben zu können. Eine solide finanzielle Basis ist erforderlich, um in Zukunft die notwendigen Investitionen für die notwendigen Renovationen tätigen zu können.“

Wir sind mit diese Auskunft übhaupt nicht zufreiden, zumal laufend weitere enorme Erhöhungen von unseren Mitgliedern gemeldet werden.

Aber was meinen Sie? Nutzen Sie das untenstehende Kommentarfeld  und schreiben Sie Ihre Meinung!

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6 Kommentare
  1. Dr. Gerd Gies
    Dr. Gerd Gies sagte:

    Vom 20.2. 2025 bis 13.3. 2025 waren wir in Punkaharju. Gebucht waren 21 Nächte, Premium, Benötigt wurden 200 Punkte + 1465,- lokaler Kostenbeitrag.

    Antworten
  2. Reinhard Dr. Diedrich
    Reinhard Dr. Diedrich sagte:

    Ich trage die o.a. Argumentation grundsätzlich mit, möchte aber aus persönlicher Sicht relativieren: Wir waren unlängst im Resort Winterberg, wo man derzeit die Wahl zwischen umrenovierten und renovierten Wohnungen hat. Dabei haben wir uns bewusst für letztere entschieden, auch wenn diese durch die höhere Punktebewertung teurer war. Wie soll man beim parallelen Angebot beider Wohnungstypen anders herangehen als über unterschiedlich hohe Bepunktung? Wir fanden die neue Einrichtung sehr schön und zeitgemäß, aus unserer Sicht war die Wohnung den höheren Preis wert. Wenn wir (!) aber im Kleinen bereits sind, für eine renovierte Wohnung mehr auszugeben (wie für eine höhere Kategorie), dann dürften wir (!) im Großen der Hapimag-Zentrale dies nicht vorhalten.
    Dr. Reinhard Diedrich

    Antworten
    • H-AV-Frank
      H-AV-Frank sagte:

      Hallo Herr Dr. Diedrich!
      Danke für den Kommentar! Ich sträube mich nur grundsätzlich gegen die Idee, dass nach jeder Renovierung (die wir ja mit den Jahresgebühren bezahlen) die Wohnungen mehr kosten. Das könnte der Fall sein, wenn dafür über Laufzeit von zehn bis 15 Jahren der Punktebedarf entsprechend der Abnutzung sinken würde. In diesem Fall wäre die abgwohnte Wohnung eben um einige Punkte billiger und der Gesamtbedarf an Punkte würde somit über die Jahre gleich bleiben. Ist das aber nicht der Fall, zahlen wir die Inflation und die Teuerung auf Dauer doppelt. Wir müssen dann für jeden Pumkt mehr zahlen (über die Jahresgebühr) und dann auch noch mehr Punkte für die Wohnungen aufwenden. Ist das so wirklich gewollt? Was meinen Sie?

      Antworten
      • Anonym
        Anonym sagte:

        Hallo H-AV-Frank,
        Ihr Kommentar hat mir zu denken gegeben. In der Tat heißt es auf der Homepage von Hapimag: „Wir nutzen einen Grossteil der Jahresbeiträge für Renovierungen und Instandhaltungen unserer Ferienresorts.“ Insofern müsste die Renovierung also wirklich über die Jahresbeiträge abgegolten sei. Bietet das Resort also neben renovierten Wohnungen auch noch umrenovierte an, trage ich Ihren Vorschlag mit, solche Wohnungen dann für weniger Punkte anzubieten.

        Antworten
        • H-AV-Frank
          H-AV-Frank sagte:

          Gebe Ihen vollkommen recht! Steht in den Statuten und wurde in früheren Jahren sogar von VRP Frau Spitz behauptet, wenn auch nie eingehalten.
          Wenn der Punktebedarf weniger werden würde, je älter die Wohnungen (oder die Anlage) ist, würde ich auch (aber nur dann) verstehen, wenn der Punktebedarf nach der Renovierung wieder auf das ursprüngliche Maß angehoben wird.

          Antworten

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